Pizza-News: Pizza Hut holt den 3-Dollar-Klassiker zurück, Neapel kürt im September die Weltbesten & ein Wettbewerb nur für Randstücke

In der Pizza-Welt ist es diese Woche ruhiger geworden - dafür zeichnen sich zwei größere Linien ab: Die Ketten kämpfen mit Nostalgie und Rabatten um Gäste, und die Branche schaut schon auf ihre großen Herbsttermine. Wir haben vier Meldungen zusammengetragen, die den aktuellen Stand gut zeigen.

Pizza Hut setzt auf Preise von früher

Pizza Hut hat in den USA eine "Throwback Value Menu" gestartet - eine Karte, die bewusst mit alten Preisen wirbt statt mit neuen Belägen. Darauf stehen die Personal Pan Pizza mit einem Belag für 3 Dollar, eine mittlere Stuffed Crust für 10 Dollar, Breadsticks und Cinnamon Sticks je 4 Dollar sowie eine 2-Liter-Flasche Pepsi für 3 Dollar; neu hinzugekommen sind Triple Cheese Mac für 6 und S'mores Sticks für 5 Dollar. Dazu gibt es eine Kleidungs-Kollektion, die alte Pizza-Hut-Uniformen und das Leseprogramm "Book It!" aufgreift, und eine Rätsel-Funktion in der App. Marketing-Chefin Melissa Friebe begründet die Richtung damit, dass einige der bekanntesten Gerichte der Kette die Zeit überdauert hätten, weil die Gäste an ihnen hängen (MediaPost).

Neapel kürt am 15. September die 100 besten Pizzerien der Welt

Der Restaurantführer 50 Top Pizza hat seine Regionallisten für 2026 beisammen - Europa-Sieger ist "Napoli on The Road" in London - und bündelt sie nun zur Weltrangliste. Die Liste der 100 besten Pizzerien der Welt wird am 15. September im Teatro Mercadante in Neapel verkündet. Wer in der Europa-Wertung unter den ersten 20 gelandet ist, ist automatisch für die Weltliste qualifiziert; aus der Italien-Wertung gilt das für die ersten 30 Plätze. Für deutsche Pizzafans ist der Termin interessant, weil sich in den Europa-Listen der letzten Jahre auch Betriebe aus Deutschland platziert haben (50 Top Pizza).

Ein Wettbewerb, der auch Grissini und glutenfreien Teig ernst nimmt

Am 11. und 12. Oktober findet im Greater Columbus Convention Center in Ohio die Pizza Expo Columbus statt, und der dort ausgetragene "Great American Pizza Challenge" ist ungewöhnlich breit angelegt. Gewertet wird in sieben Kategorien, darunter beste Dessert-Pizza, bestes Pepperoni-Stück, bester glutenfreier Teig und - selten in Wettbewerben - beste Breadsticks beziehungsweise Garlic Knots. Bei den dünnen Klassikern gibt es eigene Unterwertungen für Tavern-, Columbus-, New-Haven-, St.-Louis-, New-York-Thin- und Flatbread-Stil, außerdem eine Klasse für Nachwuchs-Pizzabäcker. Gebacken wird auf Wunsch in Stein-, Band-, Elektro- oder Gasöfen (Pizza Expo Columbus). Parallel läuft bis zum 10. August die Nominierungsfrist für den Report "Pizza Brands to Watch in 2027", für den vor allem Betriebe aus den letzten sieben Jahren sowie Ketten mit einem größeren Neustart im vergangenen Jahr gesucht werden (Pizza Marketplace).

Wenn Daten die Karte schreiben: der Fall Your Pie

Wie stark inzwischen mit Zahlen statt Bauchgefühl geplant wird, zeigt die US-Kette Your Pie, die seit 2008 auf Steinofen-Pizza zum Selbstzusammenstellen setzt. Sie hat 2025 Kassensystem und Treueprogramm zusammengeschaltet und wertet die Daten für Menü-Entscheidungen aus. Die zeitlich begrenzte "Cubano Craft Series" zu Jahresbeginn brachte demnach 279.000 Dollar Umsatz bei 23.600 verkauften Einheiten und tauchte in 4,1 Prozent aller Bestellungen auf - Grund genug, später im Jahr eine Pfirsich-Serie zurückzuholen. Neue Standorte sind für den Spätsommer in Savannah (Georgia) und Hernando (Mississippi) geplant (Pizza Marketplace).

Was das für den eigenen Ofen bedeutet

Zwei Dinge lassen sich aus dieser Woche mitnehmen: Erstens sind die wirklich prämierten Pizzen fast immer Teig-Pizzen - lange Reife, wenig Hefe, gute Mehle - und nicht Belag-Kunststücke. Zweitens hat der glutenfreie Teig es inzwischen bis in die Wettbewerbs-Kategorien geschafft, ist also längst keine Notlösung mehr. Wer die eigenen Mengen für Teiglinge, Hydration und Hefe nach Gehzeit und Raumtemperatur berechnen will - klassisch oder glutenfrei -, findet das im Pizzateig-Rechner. Hintergründe zu Reifezeit, Vorteig und Mehltypen stehen im Ratgeber.

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