Pizza-News: Papa John's streicht die Dividende, Domino's verkauft für 20,6 Milliarden und aus dem Knoblauch-Dip wird Speiseeis
Anfang August ist Zahlenzeit in der Gastronomie - und diesmal fallen die Ergebnisse der großen Pizzaketten so unterschiedlich aus wie selten. Während bei Papa John's in Nordamerika die Bestellungen wegbrechen und sogar die Dividende gestrichen wird, meldet Domino's einen Jahresumsatz von 20,6 Milliarden Dollar. Außerdem in dieser Ausgabe: Warum in Brighton gerade Knoblauch-Eis verteilt wird, und was ein 100-Quadratmeter-Laden in Atlanta mit Expansionsplänen bis Indien zu tun hat.
Papa John's: Umsatz minus neun Prozent, Dividende ausgesetzt
Papa John's hat am 6. August die Zahlen für das zweite Quartal 2026 vorgelegt, und sie fallen deutlich schwächer aus als erwartet. Der Umsatz sank um 8,8 Prozent auf 482,4 Millionen Dollar, die systemweiten Verkäufe gingen um 4,8 Prozent auf 1,20 Milliarden Dollar zurück. Besonders schmerzhaft ist das Heimatgeschäft: In Nordamerika brachen die Vergleichsumsätze um 8,3 Prozent ein, während das internationale Geschäft mit plus 1,5 Prozent immerhin das siebte Quartal in Folge zulegte. Der Nettogewinn schrumpfte auf 8,7 Millionen Dollar. Als Konsequenz setzt das Unternehmen ab dem dritten Quartal seine Quartalsdividende aus, um Geld in den laufenden Umbau zu stecken. Als Gründe für die Schwäche nennt Papa John's ein zurückhaltenderes Konsumklima, geringere Bestellmengen und einen Markt, in dem fast nur noch über Rabatte verkauft wird. Neue Läden entstehen trotzdem, allerdings vor allem außerhalb der USA: von 50 Neueröffnungen lagen nur neun in Nordamerika (Pizza Marketplace).
Zum Vergleich: Domino's setzt 20,6 Milliarden Dollar um
Wie unterschiedlich es im selben Markt laufen kann, zeigt ein Blick auf den größten Wettbewerber. Domino's ist mit 20,6 Milliarden Dollar Umsatz in den vergangenen zwölf Monaten die meistverkaufende Pizzakette der Welt. Im jüngsten Quartal legten die Verkäufe in den USA um 1,9 Prozent zu, international um 4,1 Prozent, der Gesamtumsatz stieg um 4,3 Prozent und der Quartalsgewinn auf 135,8 Millionen Dollar. Getragen wurde das Wachstum nicht von höheren Preisen, sondern von mehr Bestellungen - sowohl bei Lieferung als auch bei Abholung - und von einer wachsenden Zahl aktiver Teilnehmer im Treueprogramm. Beim Filialnetz ist das Gefälle noch deutlicher: 26 neue Standorte netto in den USA, aber 209 international. Auch Pizza Hut kämpft, dort war zuletzt der operative Gewinn um 16 Prozent gefallen (The Takeout).
Großbritannien: Domino's macht aus dem Knoblauch-Dip ein Eis
Deutlich unbeschwerter geht es bei Domino's in Großbritannien zu. Dort ist der Garlic-and-Herb-Dip, den viele Briten zur Pizzakruste bestellen, seit Jahren Kult - und wurde jetzt kurzerhand zu Speiseeis verarbeitet. Der echte Dip wird dafür von Hand in eine Sahne-Eis-Basis eingerührt und mit frischem Knoblauch und Petersilie abgerundet; auf der Zutatenliste stehen unter anderem Milch, Sahne, Eigelb, geräucherter Ahornsirup, Fenchelgrün und Maldon-Salz. Verkauft wird das Eis gar nicht erst: Erwachsene können sich bis zum 14. August online für eine Verlosung anmelden und eine Geschenkbox gewinnen, die Aktion läuft insgesamt bis zum 31. August. Zusätzlich wurde das Eis diese Woche an der Strandpromenade von Brighton ausgegeben, auf Wunsch mit einem Extra-Faden Dip obendrauf. Die Reaktionen im Netz schwanken zwischen Neugier und Entsetzen - eine Testerin hielt die Ankündigung zunächst für einen Aprilscherz, eine andere bestätigte trocken, es schmecke tatsächlich nach Knoblauch (Dexerto).
Atlanta: &pizza kommt erstmals nach Georgia
Die Kette &pizza, bekannt für ihre länglichen, ovalen Pizzen zum Selbstzusammenstellen, eröffnet ihren ersten Laden im US-Bundesstaat Georgia. Der Standort entsteht derzeit im Gebäudekomplex The Interlock im Stadtteil West Midtown in Atlanta, umfasst gut 1.100 Quadratfuß - rund 100 Quadratmeter - und soll im September öffnen. Betrieben wird er von den örtlichen Franchisenehmern Mike Supplice und Rodney Lewis II. Georgia ist dabei nur der Anfang: Die Marke bereitet zusätzlich den Eintritt in Florida, North Carolina, South Carolina und Nevada vor und plant darüber hinaus eine Expansion nach Indien. Dass ausgerechnet kleine Ladenformate wachsen, während die großen Ketten Filialen schließen, passt ins Bild dieses Sommers (QSR Magazine).
Was das für den eigenen Teig bedeutet
Hinter dem Rabattkrieg der Ketten steckt eine Rechnung, die zu Hause genauso gilt: Der Teig ist der mit Abstand günstigste Teil einer Pizza. Mehl, Wasser, Salz und Hefe kosten für eine 30-Zentimeter-Pizza nur wenige Cent - teuer werden erst Käse und Belag. Wer selbst backt, spart deshalb am meisten, wenn er den Teig zuverlässig hinbekommt und nicht die Hälfte wegen falscher Portionierung oder überfermentierter Kugeln wegwerfen muss. Der Pizzateig-Rechner ermittelt die genauen Mengen für Durchmesser, Stückzahl, Gehzeit und Raumtemperatur; wie Hydration, Reifezeit und Ofenhitze zusammenspielen, steht im Ratgeber.
Quellen
- Pizza Marketplace: Papa Johns Q2 revenue falls 9% (pizzamarketplace.com)
- Papa John's Investor Relations: Second Quarter 2026 Financial Results (ir.papajohns.com)
- The Takeout: This Is The Best-Selling Pizza Chain In The World In 2026 (thetakeout.com)
- Dexerto: Domino's turns its Garlic & Herb dip into ice cream (dexerto.com)
- Retail Times: Domino's turns iconic Garlic & Herb Dip into ice cream (retailtimes.co.uk)
- QSR Magazine: &pizza Headed to Georgia for First Time (qsrmagazine.com)
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