Pizza-News: Papa Johns will sich nicht verkaufen lassen, zwei Aurelio's-Laeden schliessen am selben Tag und Muenchen bekommt eine New-York-Pizzabar
Diese Woche dreht sich vieles um die Frage, wie viele Pizzerien ein Markt eigentlich traegt. Bei Papa Johns beantwortet der Konzernchef sie mit einer Zahl, die wehtut. In Florida beantwortet sie ein Franchisenehmer, der nach knapp zwei Jahren beide Laeden am selben Tag zumacht. Und in Muenchen beantwortet sie jemand ganz anders: mit einem Wechsel des Teigstils.
Papa Johns: kein Verkauf, dafuer bis zu 250 Schliessungen
Seit Monaten wird ueber einen moeglichen Verkauf von Papa Johns spekuliert. Konzernchef Todd Penegor hat dem jetzt eine klare Absage erteilt: Die Wertsteigerung, die tatsaechlich umsetzbar sei, liege in der Ausfuehrung des eigenen Umbauplans, nicht in einem Eigentuemerwechsel. Die Zahlen dahinter sind unangenehm: minus 8,3 Prozent bei den vergleichbaren Umsaetzen in Nordamerika im zweiten Quartal, fuer das Gesamtjahr erwartet die Kette zwei bis vier Prozent weniger Systemumsatz weltweit. Statt eines Verkaufs kommen 35 Millionen Dollar zusaetzlich in Marketing und Franchise-Unterstuetzung, 25 Millionen Dollar sollen ueber die Lieferkette eingespart werden - und 200 bis 250 Restaurants werden 2026 geschlossen, mehr als zuletzt angekuendigt. Der Lichtblick: das Treueprogramm hat die 42-Millionen-Marke geknackt, und diese Kunden bestellen fast doppelt so oft (PMQ Pizza Magazine).
Florida: Beide Aurelio's-Laeden machen am selben Tag zu
Aurelio's ist in Chicago eine Institution. In Suedwest-Florida hat das nicht gereicht: Am 10. August haben die einzigen beiden Standorte des Bundesstaats, in North Naples und in Estero, gleichzeitig geschlossen - keine zwei Jahre nach der Eroeffnung des ersten Ladens im Dezember 2024. Franchisenehmer Mark Lichtman beschreibt das Muster nuechtern: Im ersten Jahr sei jeder gekommen, der die Marke aus Chicago kannte, danach habe es sich geaendert. Dazu kam die Saison-Delle, die Gastronomen in Florida jeden Sommer trifft. Der zweite Laden war eroeffnet worden, bevor der erste seine Tragfaehigkeit ueber mehrere Jahre bewiesen hatte - ein Fehler, den man in der Branche oefter sieht als das Scheitern am Produkt selbst (PMQ Pizza Magazine).
Muenchen: Aus dem Pizza Studio wird eine New York Style Pizza Bar
Waehrend in Deutschland seit Jahren vor allem neapolitanische Pizzerien eroeffnen, geht ein Muenchner Lokal bewusst den anderen Weg: Das Pizza Studio in der Herzogstrasse 29 in Schwabing tritt seit August als "Pizza Studio - New York Style Pizza Bar" auf. Im Mittelpunkt steht die grosse amerikanische Scheibe mit 35 Zentimetern Durchmesser, knusprig und mit luftigem Rand, dazu Vorspeisen, Desserts, Wein und Cocktails. Hinter dem Haus stehen Florian Kopp (nineOfive) und Cihan Anadologlu (Hans Kebab); eroeffnet wurde es nach laengerem Umbau im Mai 2024 (fizzz / Meininger Verlag).
Kurz notiert: Detroit ehrt einen Kriegsveteranen, Shakey's holt sich Eis dazu
In der Innenstadt von Detroit hat "Unc's Pizza" im historischen Detroit-&-Northern-Gebaeude am Capitol Park eroeffnet. Mitinhaber Larry Kahn hat den Laden nach seinem Onkel Paul benannt, einem Weltkriegsveteranen und langjaehrigen Mitarbeiter des Energieversorgers Detroit Edison; serviert wird - passend zur Stadt - Pizza im Detroit-Stil, dazu Wings und Mozzarella-Sticks. Auf der anderen Seite des Landes erweitert Shakey's, nach eigenen Angaben die aelteste Pizza-Franchisekette der USA (gegruendet 1954), alle suedkalifornischen Filialen um Eis der Traditionsmarke Thrifty (1940): vier Klassiker im Becher fuer 1,99 Dollar, Brownie-Becher fuer einen Dollar Aufpreis (Pizza Marketplace, Pizza Marketplace).
Was das fuer den eigenen Teig bedeutet
Der Muenchner Wechsel ist der interessanteste Teil dieser Woche, weil er zu Hause nachvollziehbar ist. New York Style ist kein Kompromiss aus Faulheit, sondern ein eigener Teig: mehr Wasser als bei einer Pfannenpizza, dazu etwas Oel und Zucker, laenger im Kuehlschrank gereift und deutlich duenner ausgezogen als die neapolitanische Variante - das ergibt die grosse, faltbare Scheibe mit knusprigem Boden. Der grosse Vorteil fuer Heimbaecker: New York Style braucht keine 450 Grad. Er gelingt im normalen Haushaltsbackofen auf Stahl oder Stein bei 250 bis 280 Grad besser als jede Nachahmung der Neapolitanerin. Wer das ausprobieren will, stellt im Pizzateig-Rechner die Teigmenge auf eine groessere Scheibe um und plant die Gehzeit ueber Nacht ein; die Grundlagen dazu stehen im Ratgeber.
Quellen
- PMQ Pizza Magazine: This Troubled Chain Won't Be Sold. Instead, a 'Transformation' Is Underway, CEO Says (pmq.com)
- PMQ Pizza Magazine: A Cautionary Tale? Florida's Only Two Aurelio's Pizza Stores Close on Same Day (pmq.com)
- fizzz (Meininger Verlag): Evolution - Muenchner Pizza Studio wird zur New York Style Pizza Bar (meininger.de)
- Pizza Marketplace: New Detroit pizzeria honors WWII vet (pizzamarketplace.com)
- Pizza Marketplace: Shakey's Pizza adds Thrifty Ice Cream to southern California menu (pizzamarketplace.com)
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